Eine automatisierte Entscheidung anfechten
Organisationen setzen automatisierte Systeme ein, um Entscheidungen über Personen ohne menschliche Beteiligung zu treffen, etwa eine Online-Entscheidung nach einem Kreditantrag oder einen Eignungstest bei der Personalauswahl, der auf vorprogrammierten Algorithmen und Kriterien beruht (UK ICO).
Ihre Rechte im Vereinigten Königreich und in der EU
- Im Vereinigten Königreich haben Sie laut ICO das Recht, nicht einer Entscheidung unterworfen zu werden, die ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung beruht, wenn die Entscheidung Ihre Rechte oder andere ebenso wichtige Belange betrifft, etwa die automatische Ablehnung eines Online-Kreditantrags (UK ICO).
- Organisationen dürfen solche Entscheidungen laut ICO nur treffen, wenn die Entscheidung für einen Vertrag zwischen Ihnen und der Organisation erforderlich ist, gesetzlich erlaubt ist oder auf Ihrer ausdrücklichen Einwilligung beruht (UK ICO).
- Darf eine Organisation Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage automatisierter Verarbeitung treffen, sollte sie Ihnen einfache Möglichkeiten bieten, Ihren Standpunkt darzulegen, eine Erklärung der Entscheidung zu erhalten, ein menschliches Eingreifen zu verlangen und die Entscheidung anzufechten (UK ICO).
- Halten Sie es schriftlich fest. Ein Antrag kann mündlich oder schriftlich gestellt werden; das ICO empfiehlt, jeden mündlichen Antrag schriftlich nachzureichen. Wenn Sie mit der Bearbeitung Ihres Antrags durch die Organisation unzufrieden sind, beschweren Sie sich zunächst bei ihr; bleiben Sie unzufrieden, können Sie sich beim ICO beschweren (UK ICO).
- Das ICO teilt mit, dass diese Hinweise wegen der Änderungen durch den Data (Use and Access) Act derzeit überprüft werden (UK ICO).
- In der EU entschied der Gerichtshof im Februar 2025, dass eine Person, die einer automatisierten Bonitätsbewertung unterzogen wird, Anspruch auf eine Erklärung hat, wie die Entscheidung zustande gekommen ist. Das Unternehmen muss das tatsächlich angewandte Verfahren und die angewandten Grundsätze so beschreiben, dass die Person nachvollziehen kann, welche ihrer personenbezogenen Daten wie verwendet wurden; die bloße Mitteilung eines Algorithmus genügt nicht (Gerichtshof der Europäischen Union).
- Geht das Unternehmen davon aus, dass die Informationen Geschäftsgeheimnisse enthalten, muss es diese Informationen der zuständigen Aufsichtsbehörde oder dem zuständigen Gericht übermitteln, die bzw. das entscheidet, wie weit die Person Einsicht erhält (Gerichtshof der Europäischen Union).
In den Vereinigten Staaten
- Lehnt ein Kreditgeber Ihren Antrag auf ein Darlehen oder eine Kreditlinie ab, muss er Ihnen laut CFPB eine Mitteilung mit den konkreten Gründen schicken oder Ihnen mitteilen, dass Sie das Recht haben, die Gründe zu erfahren, wenn Sie innerhalb von 60 Tagen danach fragen (CFPB).
- Hat der Kreditgeber Ihren Antrag auf Grundlage Ihres Kreditberichts abgelehnt, muss er Ihnen laut CFPB außerdem den verwendeten numerischen Kredit-Score und die wichtigsten Faktoren nennen, die Ihren Score beeinflusst haben (CFPB).
- Wenn Sie in Ihrem Kreditbericht Angaben finden, die Ihrer Ansicht nach unrichtig sind, können Sie diese bei der Auskunftei und bei dem Unternehmen, das die Informationen geliefert hat, bestreiten. Bei Problemen mit der Kreditauskunft können Sie laut CFPB eine Beschwerde beim Consumer Financial Protection Bureau einreichen (CFPB).
Quellen
- Your rights relating to decisions being made about you without human involvement, UK Information Commissioner's Office.
- Automated credit assessment: the data subject is entitled to an explanation as to how the decision was taken in respect of him or her, Pressemitteilung des Gerichtshofs der Europäischen Union, 27. Februar 2025.
- What can I do if my credit application was denied because of my credit report?, US Consumer Financial Protection Bureau.